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  Oktober 2001

Berlin-Prenzlauer Berg
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Straßenkinder in Pankow
Beratungsangebote:

Prenzlauer Berg:
Jugendberatung/JUB,
Danziger Str. 81, 10405 Berlin, Tel.: 42 40 36 06
TriAs,
Storkower Str. 56, 10409 Berlin, Tel.: 42 37 07/40
Gangway Streetwork,
Storkower Str. 56, 10409 Berlin, Tel.: 42 37 40
Team Outreach,
Storkower Str. 56, 10409 Berlin, Tel.: 42 08 13 94

Pankow:
Jugendberatung/ Jugendberatungsbüro,
Berliner Str. 17, 13189 Berlin, Tel.: 48 83 17 14
Gangway Streetwork,
Friedrich-Richter-Str. 8-10, 13125 Berlin, Tel.: 94 39 90 28

Weißensee:
Jugendberatung,
Giersstr. 17 , 13088 Berlin, ) 92 37 38 56

Jobteam
Tel.: 0160/22 10 50 84

Notübernachtung und Übergangswohnen für Jugendliche:
Pfefferwerk gGmbH
Schönhauser Allee 39b. 10435 Berlin, Tel. : 44 02 38 20

Perspektivlosigkeit in der Ausbildung ist Hauptproblem Von Axel-Biere-Wörle

In der Region Weißensee kaum, in Alt-Pankow vereinzelt, etwas häufiger dagegen in Prenzlauer Berg sammeln sich auf Stadtplätzen junge Menschen, die scheinbar jeglichen Zukunftsmut verloren haben und, sich mit Bier und Cannabis betäubend, in den Tag hinein leben.

Passanten bringen meist wenig Verständnis für diese Form der Le-bensgestaltung auf. Bestenfalls werden einige Groschen locker gemacht, wenn die Frage »Haste mal ne Mark ?« erklingt.

Neben diesen augenfälligen Erscheinungen existiert auch eine sich weniger spektakulär darstellende Not bei jungen Menschen, die von ihren Eltern verstoßen wurden, weil diese selbst sich überfordert fühlen, oder bei Jugendlichen, die wegen häuslicher Auseinandersetzungen meist jeden Kontakt zu den Eltern verloren haben und die bei Freunden und Freundinnen und oft auch bei älteren »Rettern« untergekommen sind.

Auf diese unterschiedlichen Notlagen muss es auch unterschiedliche Reaktionen geben. SozialarbeiterInnen des Jugendamtes, Streetworker freier Träger und andere mobile Teams machen darum dieser Bevölkerungsgruppe sehr verschiedene Angebote, um ihre Lebenssituation zu verändern. Beratungen zur Legalisierung, zur Inanspruchnahme von Sozialhilfe und von Gesundheitsdiensten bis hin zu Angeboten der Notübernachtung und zum Übergangswohnen sollen dabei helfen.

Ohne Bedingungen

Ein wichtiger Zugang zu jungen Menschen, die ansonsten weitgehend »beratungsresistent« sind, ist das Angebot »Bett ohne Bedingungen« in der Beratungs- und Krisenunterkunft in der Schönhauser Allee 39b in Prenzlauer Berg. Hier bekommen Ju-gendliche von der Straße zunächst eine Unterkunft, ohne sofort eine Lebensperspektive entwickeln zu müssen. In dem Angebot lassen sich bis zu zehn Jugendliche im Monat beraten und bitten um Obdach.

Insgesamt ist es unerlässlich, dass sehr individuelle Lösungen erar-beitet werden. Streetworker und an-dere mobile Teams haben mit ihrem Grundsatz, die jeweiligen Straßenkinder und –jugendlichen an deren Au-fenthaltsorten zu betreuen oder zu-mindest zu besuchen, statt sie in eigenen Einrichtungen zu erwarten, bessere Zugangsmöglichkeiten zu ihnen, weil sie vor Ort mit deren Problemen konfrontiert werden.

Streetworker und Jugendamt

Eine kooperative Zusammenarbeit der Streetworker und anderen Sozialarbeiter mit dem Jugendamt, besonders mit den Jugendberatungen und Jugendberatungsbüros, die über Jahre beharrlich aufgebaut wurde, bleibt unerlässlich, um die notwendigen Ju-gendhilfeangebote auch zu verwirklichen. Jede individuelle Hilfe, die Kosten verursacht, wird im Jugendamt auf ihre Notwendigkeit geprüft. Für bedarfsgerechte Hilfen ist es da-rum aber auch notwendig, dass sich die Verwaltungsrealität an die Lebenswirklichkeit anpasst!

In letzter Zeit hat sich die Per-spektivlosigkeit der jungen Menschen im Ausbildungs- und Arbeitsbereich als ein Hauptproblem herauskristallisiert. Das Jugendamt hat darauf re-agiert, indem enge Kooperationen zu den Beratungsstellen für Jugendberufshilfe ausgebaut oder neu geschaffen wurden. So existieren inzwischen mit TriAs/JUB in Prenzlauer Berg und den Jugendberatungshäusern in Alt-Pankow und Weißensee umfassende Beratungsmöglichkeiten. Verschiedene freie Träger sind dort mit eigenen Beratungsbüros vertreten.