Die Kuh ist vom Eis
Senat gibt grünes Licht für Erweiterung des Mauerparks Von Albrecht Molle
Umweltstadträtin Ines Saager ist erleichtert. Ende Mai war sie von der Bezirksverordnetenversammlung aufgefordert worden, im direkten Gespräch mit der Senatsfinanzverwaltung dafür zu sorgen, dass deren Vorbehalte gegen die Übertragung der Brachfläche oberhalb des Gleimtunnels an das Land Berlin endlich ausgeräumt werden. Auf dem zwei Hektar großen Gelände soll nach den Plänen von Senat und Bezirk der vierte Abschnitt des Mauerparks entstehen. Jetzt konnte die Stadträtin Vollzug melden.
Monatelang hatte sich Ex-Finanzsenator Peter Kurth geweigert, das Grundstück im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme von der Deutschen Bahn AG zu übernehmen, die auch drei Millionen DM für die Gestaltung des vierten Parkabschnitts beisteuern will. Kurth hatte vielmehr darauf bestanden, dass die Bahn auch für die Entsorgung eventueller Schadstoffe aufkommen müsse, für deren Vorhandensein es nach diversen Bodenuntersuchungen jedoch noch immer keine konkreten Anhaltspunkte gibt.
Mit mehreren Aktionen protestierten Bewohner des Falkplatz-Quartiers gegen diese Verzögerungstaktik (s. Vor Ort 6/2001).
»Nach meinen Gesprächen mit Vertretern der Senatsverwaltung für Finanzen und der Grün Berlin Park und Garten GmbH, die im Auftrag des Senats als Bauherr des Mauerparks fungiert, können die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt, die 1998 unterbrochen worden waren, in Kürze wieder aufgenommen werden«, erklärte Ines Saager jetzt gegenüber Vor Ort. Das bestätigt auch die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Petra Reetz: »Die Kuh ist vom Eis. Der Senat hat im August beschlossen, die Kosten für eine eventuelle Altlastenberäumung des Grundstücks zu übernehmen. Derzeit finden abschließende Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG statt. Damit ist grünes Licht für die Realisierung des vierten Mauerparkabschnitts gegeben«.
Bei der Grün Berlin Park und Garten GmbH steht man bei Gewehr bei Fuß. »Sobald wir die Auflassung für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erhalten, wird losgelegt«, versichert Grün Berlin-Chef Hendrik Gottfriedsen.
Nach dem zwischen allen Verfahrensbeteiligten abgestimmten Gestaltungskonzept soll nun in Erweiterung und zur Entlastung des stark übernutzten ersten Mauerparkabschnitts, der sich auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Eberswalder Straße und Gleimstraße erstreckt, das Areal nördlich des Gleimtunnels gestaltet werden, das derzeit noch einer Mondlandschaft gleicht. Geplant sind eine Liegewiese mit Bäumen, ein als Ruhezone gedachter Senkgarten mit Kletterpflanzen sowie dringend benötigte Weideflächen für die Tiere des angrenzenden Kinderbauernhofs. Bislang teilen sich Schafe, Ziegen und Geflügel eine nur wenige Quadratmeter große »Koppel«.