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  Juni 2001

Berlin-Prenzlauer Berg
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Kiez und Leinwand

Prenzlauer Berg als Kinostandort und Filmkulisse

Seit dem 3. Mai präsentiert das Prenzlauer Berg Museum in einer ehemaligen Schulturnhalle in der Prenzlauer Allee 227 die Ausstellung "Komm in den Garten... - Kino in Prenzlauer Berg". Noch bis zum 2. Dezember können Besucher in der überraschend vielseitig gestalteten Präsentation der rund 250 Ausstellungstücke -Plakate, Fotos, Drehbücher, Programme, Technik- eine wunderbare Zeitreise erleben. Prenzlauer Berg in Bild und Ton der Vergangenheit ist nicht nur eine nostalgische Erinnerung an den Zeitgeist zurückliegender Jahre, sondern auch ein erstklassiger Kulturspiegel. Ein Höhepunkt der eintrittfreien Ausstellung ist ein 45-minütiger Zusammenschnitt von Szenen aus wichtigen DEFA-Spielfilmen, die stark vom Prenzlauer Berger Ambiente geprägt wurden, unter anderen "Berlin - Ecke Schönhauser" (1957) mit Ekkehard Schall, "Königskinder" (1962) mit Armin Mueller-Stahl, "Das Versteck" (1978) mit Manfred Krug und natürlich "Solo Sunny" (1980) mit Renate Krößner.

"Komm in den Garten", zugleich auch ein Filmtitel aus dem Jahre 1990, versteht sich als Einladung nicht nur zum Kennenlernen von Prenzlauer Berg als Filmraum, sondern auch seiner Kinos. Ein Plan aus dem Jahre 1925 präsentiert immerhin 26 Lichtspieltheater mit rund 10.500 Plätzen.

Besonders in den Anfangsjahren des "Kintopps" kurz nach der Jahrhundertwende schaute das bürgerliche Establishment mit äußerster Zurückhaltung auf das neue, damals vor allem proletarische Freizeitvergnügen: "Der weite Raum war ausschließlich von Leuten mit schmutzigen Arbeitskitteln gefüllt, welche die Aufführungen mit unschönen Redensarten und Geschrei begleiteten...", schrieb distanziert der Kritiker Fred Hood im Fachorgan "Der Kinematograph" im Juni 1907.

Das Begleitbuch zur Ausstellung (19,80 DM) bietet neben derartigen Aussagen noch viele weitere, über die eigentliche Ausstellung hinausgehende Informationen, so dass diese Broschüre eine wichtige Ergänzung zur vor allem visuell ansprechenden Präsentation ist.
H. Seefeld

Komm in den Garten (Prenzlauer Allee 227):
Di, Mi 11 bis 17 Uhr, Do 13 bis 19 Uhr, So 14 bis 18 Uhr