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  Februar 2001

Berlin-Prenzlauer Berg
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Das erste Gerüst in der Buchholzer Straße 21 markiert den Baubeginn Foto: A. Molle

"Bremer Höhe" ist gerüstet

Genossenschaft beginnt mit der Sanierung ihres Wohnungsbestands

Nur ein Jahr nach ihrer Gründung hat die Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe" jetzt die Modernisierung der gleichnamigen Wohnanlage zwischen Gneiststraße, Schönhauser Allee, Buchholzer Straße und Pappelallee in Angriff genommen. Die Genossenschaft, in der ein Teil der Mieterschaft organisiert ist, hatte die zwischen 1870 und 1913 errichteten Klinkerbauten mit insgesamt 514 Wohnungen im April 2000 von der Wohnungsbaugesellschaft Prenzlauer Berg (WIP) erworben. Dabei übernahm sie auch eine Sanierungsverpflichtung, die sie in drei Etappen bis Ende 2003 erfüllen will.

Musterhaus

Den Auftakt bildet die Sanierung der Buchholzer Straße 21. Das ausschließlich aus kleineren Wohnungen bestehende Gebäude soll bis April zu einem Musterhaus werden, wo sich Interessenten von der Wohnqualität der Anlage überzeugen können. Neben moderner Heizung, Strangsanierung, Fensterreparatur und Badeinbau ist auch der Anbau von Balkonen zu den großen Höfen hin vorgesehen. "Wer bei uns Mieter werden will, muss der Genossenschaft beitreten. Auf der Bewerberliste stehen bereits 230 Namen", sagt Vorstandsvorsitzender Ulf Heitmann. Für den Erwerb eines Genossenschaftsanteils (10.000 DM) kann ein zinsloses Darlehen in Höhe von 8.000 DM in Anspruch genommen werden.

Nach Fertigstellung des Musterhauses im April findet der erste Sanierungsabschnitt mit der Modernisierung der Häuser Gneiststraße 1 - 9, Schönhauser Allee 58 und Pappelallee 73 seine Fortsetzung. Er soll im November abgeschlossen sein. Bereits im Oktober beginnt mit der Sanierung der Greifenhagener Straße 66 und 67 der zweite Abschnitt, der ab März 2002 auch die Blöcke an der Schönhauser Allee einschließen wird. Im dritten Abschnitt (März bis November 2003) folgen dann die Wohnblöcke an der Pappelallee. Im Zuge der Sanierung soll auch die Monotonie der Zweizimmerwohnungen durchbrochen werden. Neben Einzimmer- entstehen Drei-, Vier- und Fünfzimmerwohnungen für Familien mit Kindern.

Genugtuung herrscht im Vorstand auch darüber, dass 85 % der jetzigen Mieter nach der Sanierung in ihre Wohnungen bzw. Häuser zurück ziehen wollen. Aufgrund der Lage der "Bremer Höhe" im Sanierungsgebiet Helmholtzplatz erfolgt die Betreuung der sanierungsbetroffenen Bewohner durch die Mieterberatung Prenzlauer Berg. Sie bereitet Modernisierungsvereinbarungen vor, in denen vom Maßnahmenumfang über die Berücksichtigung von Mieterwünschen bis zur Bereitstellung von Umsetzwohnungen für die Dauer der Bauarbeiten alles für einen möglichst reibungslosen Sanierungsablauf Notwendige geregelt ist. Mietern, die noch vor Beginn der Bauarbeiten endgültig ausziehen wollen, werden bereits modernisierte Wohnungen in einem der fünf Sanierungsgebiete von Prenzlauer Berg angeboten.

Wirtschaftskonzept

"Die Säulen der Finanzierung stehen, auch wenn es sicher eng wird," sagt Ulf Heitmann und nennt Details: für den Kauf der Anlage mussten rund 28 Millionen DM aufgebracht werden. Dazu hat der Senat im Rahmen der Förderung des genossenschaftlichen Bestandserwerbs 11,4 Millionen DM beigesteuert. Für die Sanierung erhält die Genossenschaft 20 Millionen DM im Förderprogramm "Soziale Stadterneuerung" des Stadtentwicklungssenats. Hinzu kommen Investitionszulagen des Bundes, Fördergelder zur Erfüllung denkmalpflegerischer Auflagen sowie Mittel des Quartiersmanagements Helmholtzplatz. Sowohl die öffentliche Förderung als auch die im Sanierungsgebiet geltenden Mietobergrenzen sorgen für Sozialverträglichkeit. "Wir gehen von einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 8,04 DM/m² nach Modernisierung aus", sagt der Vorsitzende. Er moniert aber, dass die durch die

Mietobergrenze bestimmte Nettokaltmiete von nur 7,34 DM/m² für Wohnungen über 90 m² das Vorhaben der Genossenschaft erschwert, im Interesse des sozialen Mixes auch familiengerechte Wohnungen vorzuhalten. Um im eng abgesteckten Finanzrahmen bleiben zu können, ist die Genossenschaft auf weitere Beitritte angewiesen. Von den ca. 400 Mietern haben bislang 160 diesen Schritt getan. Derzeit zählt die Genossenschaft 203 Mitglieder. Im Jahr 2003 sollen es mindetestens 330 sein. "Wir wissen, dass wir ein Testfall sind. Wir werden keinem das Argument liefern, der Verkauf städtischer Wohnungen an Genossenschaften sei unverantwortlich", versichert Heitmann.
Albrecht Molle