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  Februar 2001

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Arbeitsgruppen bei der Quartierskonferenz im September 2000 Fotos: I. Grünsteidl

Rückblick und Ausblick

Quartiersmanagement Helmholtzplatz verzeichnet erste Ergebnisse

Wer kennt das nicht? Ein Jahr geht zu Ende, und man lässt es noch einmal in Gedanken an sich vorüberziehen. Auch wir -Ute Herrmann, Heinz Lochner und Irmi Grünsteidel- vom Team Quartiersmanagement Helmholzplatz der S.T.E.R.N. GmbH haben den Jahreswechsel zum Anlass genommen, unsere Arbeit noch einmal Revue passieren zu lassen. Was ist uns in den letzten Monaten gelungen? Worauf sind wir stolz? Welche Aufgaben müssen wir verstärkt angehen? Was wollen wir im neuen Jahr anders machen? ...

Quartiersmanagement ist keine Arbeit, die rasche Erfolge bringt. Wir haben gelernt, dass man viel Geduld und einen langen Atem braucht, wenn der Stadtteil rund um den Helmholtzplatz familienfreundlicher werden soll. Auch die Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzern auf dem Helmholtzplatz lassen sich nicht von heute auf morgen lösen. Ausbildungsplätze für Jugendliche und mehr Freizeitangebote für Kinder schießen nicht wie Pilze aus dem Boden. Doch trotz der vielen Aufgaben, die es noch zu bewältigen gibt, wollen wir hier über sichtbare und unsichtbare kleine Erfolge berichten, die wir bis jetzt gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Mitarbeitern des Bezirks-amts und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erreicht haben.

Kiez-lebendig

Höhepunkt in unserer Arbeit war die ZukunftSuche "Kiez-lebendig" vom 14. bis 16. September 2000. Bei dieser Veranstaltung wurde nicht nur diskutiert, sondern die Teilnehmer haben konkrete Verabredungen getroffen und Projekte ins Leben gerufen, die sie selbst anpacken. Es war eine Freude zu erleben, mit wieviel Ernsthaftigkeit und auch Spaß sie sich auf die ZukunftSuche eingelassen haben. Am Ende der drei Tage gingen wir alle mit dem Gefühl nach Hause: "Außer mir gibt es noch ganz viele, die im Kiez etwas bewegen wollen!" Auf Wunsch der Teilnehmer werden in diesem Jahr weitere Veranstaltungen in ähnlicher Form folgen.

Am 7. Dezember 2000 haben sich alle nochmals getroffen, um sich gegenseitig über ihre Aktivitäten zu informieren: An der "Kiezsuchmaschine" wird gearbeitet, die "Artenschutzgruppe" bekam inzwischen Verstärkung, bald wird es auch blühende Baumscheiben im Kiez geben, und auch der "Oma-Opa-Enkel-Dienst" ist in Vorbereitung ...

Überall wird gekürzt und gespart. Und da soll es eine Gruppe von Kiezbewohnern geben, die über einen Fonds von 30.000 DM verfügt? Ja, das stimmt. Im Rahmen des Quartiersmanagements gibt es den "Aktionsfonds", der engagierte Bewohner dabei unterstützt, ihre Ideen, die der Nachbarschaft und dem Kiez gut tun, in die Tat umzusetzen. Im letzten Jahr sind mehr als 20 Anträge auf Förderung solcher Projekte eingegangen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Helmholtzplatz, Mosaike von Schülern, Marionettenaufführungen im Friedhofspark an der Pappelallee, die Lehmbauaktion auf dem "Helmi", Fassadenbegrünungen und vieles mehr wurden gefördert. Den "Aktionsfonds" gibt es auch 2001. Wer dabei mitarbeiten möchte, kann sich gern an uns wenden.

Mehr Grün im Kiez

Das Gebiet Helmholtzplatz leidet bekanntlich unter chronischem Mangel an Grünflächen und Spielplätzen. Die wenigen, die es gibt, sind meist in schlechtem Zustand und unattraktiv. Im Rahmen des Programms "Stadtweite Maßnahmen" und des Quartiersmanagements (Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt") stehen für den Kiez finanzielle Mittel zur Verfügung, um dieses Defizit Schritt für Schritt abzubauen. Hier einige Beispiele für das, was bisher erreicht wurde und was noch geplant ist:

Der Helmholtzplatz

Mit einem turbulenten Kinderfest nahmen im September Kinder und Eltern den Spielbereich im westlichen Teil des Helmholtzplatzes wieder in Besitz. Das lange Warten wurde belohnt, alle sind begeistert. Damit das auch so bleibt, erarbeiten die Landschaftsarchitekten gemeinsam mit Anwohnern ein Pflegekonzept. Die östliche Platzhälfte wird im Frühsommer eröffnet. Dann kann man auf der Terrasse des PlatzHauses Kaffee trinken oder sich ein Federballspiel ausleihen. Für die Kinder gibt es dort regelmäßig jemanden, der mit ihnen spielt, bastelt oder Feste vorbereitet.

Auch die Sanierung des Transformatorenhauses soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Über die künftige Nutzung der Räume muss jedoch noch gemeinsam diskutiert werden.

Um die sozialen Konflikte am Platz und in seinem unmittelbaren Umfeld zu mindern, wurde durch das Quartiersmanagement eine Arbeitsgruppe initiiert, an der das PlatzHaus, die vor Ort tätigen Sozialprojekte, die Drogenberatung, die Polizei, Mitarbeiter des Bezirksamts, AnwohnerInnen und ein Sprecher der Alkoholiker vom Platz teilnehmen. Vom Thema "Hunde auf dem Helmi" über die Drogenproblematik bis hin zur Pflege des Platzes wird hier einmal im Monat

-zum Teil sehr kontrovers- ein breites Spektrum diskutiert, und es werden Arbeitsaufträge verteilt. Zwei zusätzliche Sozialarbeiter wurden inzwischen bei den Sozialprojekten "Schneckenhaus" und "Lazarus" eingestellt - ein Ergebnis der Bemühungen der Arbeitsgruppe Helmholtzplatz!

Spielplätze

Der neue Kleinkinderspielplatz in der Lychener Straße 53 liegt noch im Dornröschenschlaf. Aber nicht mehr lange. Im Frühjahr wird er den Kindern übergeben. Auch auf der Brachfläche in der Dunckerstraße 6 entsteht in diesem Jahr ein Spielplatz. Hier sollen speziell die Bedürfnisse älterer Kinder berücksichtigt werden. Ganz besonders freuen wir uns über eine Elterninitiative, die sich für eine attraktivere Gestaltung des kleinen Spielplatzes in der Gethsemanestraße engagiert. Eltern, Freunde und Nachbarn haben kurz vor Weihnachten entlang des Zauns die Betonplatten entfernt und Sträucher gepflanzt. Erde, Rindenmulch, Pflanzen und vieles andere wurden durch den Aktionsfonds finanziert. In diesem Jahr geht es weiter.

Schulhöfe

Die Schulhöfe geraten immer stärker in den Blick von Schülern, Lehrern und Eltern. An der Heinrich-Schliemann-Oberschule setzten sie im letzten Jahr ein erstes Signal. Pflanzkübel mit Bäumen und bunte Bänke verschönern jetzt den Zugang zur Schule. Diese Aktion wurde durch den Förderverein der Schule und den Aktionsfonds ermöglicht.

Eine Elterngruppe möchte nun auch den Schulhof des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums für die Kinder interessanter machen. Gemeinsam mit Lehrern und Schülern plant sie dazu eine Projektwoche. In beiden Fällen sind Veränderungen des Schulgeländes jedoch nicht leicht, weil die Gebäude und Höfe unter Denkmalschutz stehen.

Kinder und Jugendliche

Die "Projektwerkstatt Pappelallee" ist ein Ausbildungsprojekt für sozial benachteiligte Jugendliche. Auf dem Grundstück Pappelallee 74/75 können sich jeweils 12 Jugendliche sechs Monate lang auf das Berufsleben vorbereiten und ihre Fähigkeiten kennenlernen. Auch Mädchen nehmen die Chance wahr, in handwerkliche Berufe hineinzuschnuppern. Das Projekt hat sich herumgesprochen. Inzwischen gibt es eine Warteliste. Zurzeit werden gemeinsam mit den Jugendlichen zwei der Gebäude zu Werkstätten sowie Schulungs- und Aufenthaltsräumen umgebaut. Im März gibt es außerdem eine "Planungswerkstatt", bei der die Nutzung und Gestaltung der übrigen Fläche als Grünanlage diskutiert werden soll.

Seit Sommer 2000 ist die Struwwelpeter-Grundschule in der Senefelderstraße 6 leider geschlossen. In den Gebäudekomplex, in dem schon die Stadtteilbibliothek und die Musikschule untergebracht sind, haben aber schon neue Bewohner Einzug gehalten: Das Kinder&JugendMuseum Prenzlauer Berg, die Kinderfreizeiteinrichtungen "Pappel 84" und "Helmi 2", das Kinder&JugendTheater "Murkelbühne", das Ausbildungsprojekt "MEZEN" und das Quartiersmanagement Helmholtzplatz mit seinem Vor-Ort-Büro. Die Einrichtungen arbeiten eng zusammen und veranstalten gemeinsam zur Eröffnung des "Kinder und Jugendzentrums", das übrigens noch einen Namen sucht, ein Frühlingsfest, zu dem alle Kiezbewohner eingeladen werden. In Kürze beginnen erste Umbau- und Renovierungsarbeiten, die über das Quartiersmanagment aus dem Programm "Soziale Stadt" finanziert werden. Die von der Gemeinde nicht mehr genutzte Eliaskirche wird das Kinder& JugendMuseum zu neuen Ausstellungsräumen umbauen. Damit wird die Senefelderstraße 6 zu einem Zentrum für Kinder, Kunst und Kultur.

Vor-Ort-Büro

Wenn Sie mehr über unsere Aktivitäten und Pläne sowie unsere Möglichkeiten wissen möchten, Sie beim Umsetzen Ihrer Ideen zu unterstützen, rufen Sie uns an oder kommen Sie vorbei. Wir sind offen für Ihre Anregungen und konstruktive Kritik. Nach den Winterferien finden Sie uns in unseren neuen Räumen im ehemaligen Schulsekretariat in der Senefelderstraße 6. Bis dahin erreichen Sie uns bei S.T.E.R.N. unter 44 36 36 30. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, zum Beispiel über den Ideenwettbewerb "Move on", die Interessengemeinschaft Schönhauser Allee, über ein Projekt für und mit den Gewerbetreibenden in der Stargarderstraße/Gleimstraße, über die Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe" ..... Dazu mehr in einer der nächsten Ausgaben von VOR ORT.
Irmi Grünsteidel,
Quartiersmanagment Helmholtzplatz,
S.T.E.R.N. GmbH