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News-Ticker

01.03.2000

Personalien

Neuer Vertriebschef der Braunschweiger Versorgungs-AG und neuer Geschäftsführer bei den Elektrizitätswerke Wesertal

Am 1. März 2000 übernimmt Joachim Roth die Hauptabteilung Vertrieb der Braunschweiger Versorgungs-AG. Der 48-jährige Prokurist, der zuvor fünfzehn Jahre die Hauptabteilung Materialwirtschaft geleitet hat, wird damit Nachfolger von Henning Probst. Probst wird Geschäftsführer der Elektrizitätswerke Wesertal GmbH.
AW

29.02.2000

"Dornröschenkraftwerk" in Rheinfelden; NaturEnergie AG fordert Gleichbehandlung

Eine Gleichbehandlung der großen Wasserkraft in Zusammenhang mit dem am Freitag im Bundestag verabschiedeten Gesetz für Erneuerbare Energien (EEG) fordert die NaturEnergie AG, Grenzach-Wyhlen. Nach diesem Gesetz sollen neue Wasserkraftwerke nur bis zu einer Leistung von fünf Megawatt finanziell gefördert wer-den. Die Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (KWR), Mutter der NaturEnergie AG, plant den Neubau eines Kraftwerks mit 100 Megawatt in Rheinfelden am Hochrhein. Damit ließe sich die dortige Stromproduktion von jetzt jährlich 200 Millionen Kilowattstunden verdreifachen. Die Investition beliefe sich auf 870 Millionen Mark. Das Großprojekt zur Nutzung regenerativer Energien kann jedoch ohne staatliche Hilfe nicht verwirklicht werden.

"Es ist widersinnig, neue große Wasserkraftwerke von der Förderung auszunehmen, die für Strom aus umweltfreundlichen Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser vorgesehen ist", so Dr. Kai-Hendrik Schlusche, Vorstand der NaturEnergie AG. "Der Neubau des Kraftwerks Neu-Rheinfelden würde unserer Umwelt im Vergleich zu Kohlestrom jährlich einen Ausstoß von 600.000 Tonnen Kohlendioxid ersparen", führt Schlusche aus.

Die Wasserkraft liefere schon heute mit über 90 Prozent den Löwenanteil des regenerativen Stromes und sei keineswegs eine billige Energiequelle, sofern es sich nicht um alte, abgeschriebene Anlagen handle. Um das Ziel einer Verdoppelung des Anteils regenerativer Energien am Gesamtstrommarkt bis zum Jahr 2010 zu erreichen, sei die Bundesregierung auf einen Ausbau auch und gerade der großen Wasserkraft angewiesen, ist sich Schlusche sicher.

"Unter fairen Voraussetzungen kann Rheinfelden als Hauptlieferant der NaturEnergie AG einer ökologischen Stromerzeugung zum Durchbruch verhelfen. Es würde gleich viel Ökostrom liefern wie 1.000 Windräder im Schwarzwald". Bisher wurden für die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau des Kraftwerks Neu-Rheinfelden von KWR bereits knapp 100 Millionen Mark investiert.

Die NaturEnergie AG vertreibt zwei Strom-Marken: NaturEnergie Gold und NaturEnergie Silber. Es ist vorgesehen, 0,5 Pfennig pro verkaufter Kilowattstunde von NaturEnergie Silber in die weitere Realisierung des Projektes Rheinfelden zu investieren. Die staatlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung ist abgeschlossen, die Behörden haben grünes Licht für den Bau gegeben. Bei der NaturEnergie AG trägt das Projekt intern den Namen "Dornröschenkraftwerk". Es braucht nur noch wachgeküßt zu werden.

Ohne staatliche Förderung hat der Kraftwerksneubau in Rheinfelden, das größte Projekt in Deutschland zum Ausbau regenerativer Energien, kaum Aussicht auf Verwirklichung. Der dort erzeugte Strom kostet den Betreiber etwa 16 bis 18 Pfennige pro Kilowattstunde. Auf dem seit 1998 liberalisierten Strommarkt gibt es inzwischen Sonderangebote von weniger als 4 Pfennig je Kilowattstunde. Mit solchen Dumping-Angeboten kann Ökostrom aus Wasserkraft nicht konkurrieren.

Seit 1. Januar 2000 bietet die NaturEnergie AG ihren Ökostrom bundesweit an. Mit 142.000 Kunden der Marke NaturEnergie Silber ist das südbadische Unternehmen Marktführer bei den Anbietern regenerativer Energien in Deutschland.
CV

29.02.2000

Ehrgeizige Utopie

Mit einem gigantischen Projekt wollen die USA Erdwärme-Ressourcen im Westen des Kontinents nutzbar machen. Sie wollen auf diese Weise bis zum Jahr 2020 rund ein Zehntel des Strombedarfs aus diesen geothermischen Quellen decken.
AW

29.02.2000

Ökologische Steuerreform mit EG-Vertrag vereinbar

Die EU-Kommission hat die ökologische Steuerreform in Deutschland gebilligt, da sie mit dem EG-Vertrag vereinbar ist. Somit ist die von Deutschland geplante schrittweise Erhöhung der Stromsteuer und der Kraftstoffsteuer EU-rechtlich möglich.
AW

29.02.2000

Die Vergütungsregelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das am 25.02.2000 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht je eingespeister Kilowattstunde folgende Vergütungssätze vor:

Strom aus Windkraftanlagen: zwischen 12,1 Pfg und 17,8 Pfg.
Strom aus Fotovoltaik-Anlagen: mindestens 99 Pfg
Strom aus Wasserkraftwerken:mindestens 15 Pfg
Strom, erzeugt aus Erdwärme: zwischen 14 Pfg und 17,5 Pfg
Strom, erzeugt aus Biomasse: zwischen 17 Pfg und 20 Pfg

Was unter Biomasse im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu verstehen ist, soll in einer gesonderten Verordnung definiert werden.
AW

29.02.2000

Windenergie im Aufwind, technisch und überhaupt

Am 29.02.2000 wurde bei Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) die mit einer Leistung von 2,5 MW weltgrößte Serien-Windkraftanlage in Betrieb genommen.

Aus den vom Bundeswirtschaftsministerium verbreiteten Zahlen zur Entwicklung der Windbranche geht ein deutlicher Wachstum hervor. Die Inlands-Umsätze haben sich zwischen 1998 und 1999 auf 3,9 Mrd. DM nahezu verdoppelt. 1999 wurden in Deutschland insgesamt fast 1.700 Anlagen mit einer Leistung von rd. 1.600 MW betrieben. Im Jahr zuvor waren es nur etwa 1000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 780 MW.
CV

29.02.2000

Ball und Sonne sind rund

Auf dem Fußballstadion des Bundesligisten Arminia Bielefeld, auf der Bielefelder Alm, ist die größte Fotovoltaik-Anlage auf einem deutschen Fußballstadion errichtet worden. Sie umfaßt eine Kollektorfläche von 2500 Quadratmeter, das entspricht einer möglichen Stromproduktion von 85.000 Kilowattstunden.
CV

28. Februar 2000

Energie Baden-Württemberg AG und Elektrohandwerke vereinbaren partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gemeinsame Erklärung des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg und der EnBW unterzeichnet.

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg und die Energie Baden-Württemberg AG haben vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Strommarktes eine gemeinsame Erklärung in Stuttgart unterzeichnet. Ziel dieser Erklärung sei es, angesichts der veränderten Rahmenbedingungen, auch künftig eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Elektrohandwerken und EnBW sicherzustellen.

Die EnBW und der FV EIT werden, so heißt es weiter, bei der Ausdehnung ihrer traditionellen Geschäfts- und Tätigkeitsfelder über das Kerngeschäft hinaus die Interessen des anderen Partners respektieren und angemessen berücksichtigen. Eine Fortsetzung der vertrauensvollen Zusammenarbeit beider Marktpartner soll somit sichergestellt werden.

Zur Förderung energiepolitisch sinnvoller Technologien, wie zum Beispiel der Einsatz von "Wärmepumpen" oder "Niedrig-Energiehaus-Technologie" werden sich die baden-württembergischen Elektrohandwerke und die EnBW gegenseitig bei der Markteinführung und bei der Marktdurchdringung unterstützen.
CV

28.02.2000

Strombörse Nord-Elbien

Seit mehreren Jahren widmet Diplom-Kaufmann Peter Sass seine Arbeit der Unterstützung kirchlicher Belange. Kürzlich stellte er eine neue Idee der Öffentlichkeit vor: Die Gründung der Strombörse Nord-Elbien. Hier haben kirchliche Einrichtungen und Kirchenmitglieder die Möglichkeit, ihren Strom günstig einzukaufen. Damit sollen sie nicht nur Stromkosten sparen können, sondern zugleich auch noch etwas karitatives leisten: Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde führt die Strombörse rund einen Pfennig einem definierten Projekt zu.

Wenn nur 500 Stromkunden des Kirchenkreises Nord-Elbien zur Strombörse wechseln würden, wären übers Jahr etwa 10 000 Mark Spendenaufkommen zu erwarten. Unterstützt wird diese Initiative vom norddeutschen Stromanbieter "Hansestrom". Wer also an der Strombörse Nord-Elbien teilnimmt, wird seinen Stromliefervertrag mit "Hansestrom" abschließen. Der Initiator Peter Sass ist zuversichtlich, daß die "Strombörse Nord-Elbien" eine Idee ist, die bald viele Anhänger finden wird.
CV

28.02.2000

Braunschweiger Versorgungs-AG schließt Stromlieferungsvertrag mit Dienstleistungsgesellschaft der Niedersächsischen Wirtschaft.

Die Dienstleistungsgesellschaft der Niedersächsischen Wirtschaft (DNW), die durch die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) gegründet wurde, und die Braunschweiger Versorgungs-AG haben einen Vertrag zur preisgünstigen Lieferung von Strom abgeschlossen. In einem Rahmenvertrag ist festgelegt, daß Verbände und Unternehmen von den günstigen Strompreisen der Braunschweiger profitieren.

Dr. Volker Müller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der UVN, sieht sich als Dienstleister für kleinere und mittlere Unternehmen in Niedersachsen. Durch Bündelung des Stromeinkauf will man die Stromkosten reduzieren und Hilfestellungen im Markt geben. Die Braunschweiger Versorgungs-AG, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Braunschweig GmbH, hätten eines der günstigsten Angebote abgegeben und überdies bereits einigen Erfolg und Erfahrung im bundesweiten Bündelkundengeschäft aufzuweisen gehabt; deshalb sei der Rahmenvertrag mit diesem Unternehmen geschlossen worden.

Für den Braunschweiger Stromversorger bietet sich mit dem Rahmenvertrag die Chance, über die Mitgliedsverbände der UVN einige hundert Unternehmen in Niedersachsen als neue Kunden zu gewinnen. Unternehmen, die an einer Stromkostenreduzierung durch einen Pooleinkauf über die DNW interessiert sind, können sich im Internet unter www.dnw-online.de informieren. Der Geschäftskundenservice der Braunschweiger Versorgungs AG berät unter der Rufnummer 0531-383-2063.
CV

28.02.2000

Auch in den neuen Bundesländern Gewerbe-Strompool

Ab sofort können die rund 11.300 Betriebe der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (OMV) auch von günstigeren Strompreisen profitieren: Als Mitglieder der "Stromeinkaufsgemeinschaft OMV" haben sie die Möglichkeit, bis zu 40 Prozent ihrer Stromkosten zu sparen. In der "Stromeinkaufsgemeinschaft OMV", die auf Initiative der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern vor wenigen Tagen gegründet wurde, bündelt die Ampere AG die Stromnachfrage der einzelnen Betriebe. Anschließend verhandelt sie für diese Gesamtmenge exklusive Sonderkonditionen mit leistungsfähigen Stromlieferanten. Die Handwerkskammer - mit ihren beiden Standorten in Rostock und Neubrandenburg - ist bereits selbst Mitglied dieser Stromeinkaufsgemeinschaft. "Mit einem Stromverbrauch von rund 250 Millionen Kilowattstunden wird dies mit Sicherheit der größte Gewerbe-Strompool in den neuen Bundesländern" urteilt Dr. Claus Rottenbacher, Gründer und Vorstand der Ampere AG in Berlin. Nach der Bündelung der Stromnachfrage wird die Ampere AG zunächst Preisverhandlungen mit den Stromversorgern vor Ort führen. Erst wenn diese Gespräche nicht befriedigend verlaufen, wird die gesamte Strommenge bundesweit ausgeschrieben. "Viele Betriebe können mit Einsparungen von mehreren tausend Mark ihre Wettbewerbsfähigkeit massiv stärken", vermutet Claus Rottenbacher nach Erfahrungen mit der "Stromeinkaufsgemeinschaft des Handwerks in Baden-Württemberg".
CV

28.02.2000

Klein gegen Groß

Zusammenschluß der neuen Stromanbieter soll deren Position gegenüber den marktbeherrschenden Stromerzeugern verbessern und zu fairen Bedingungen im hart umkämpften Markt führen.

Ausgangspunkt für die geplante Verbandsgründung war eine Konferenz, zu dem die Redaktion des strom magazins vor einigen Wochen eingeladen hatte. Wie verlautet, wollen sich die Initiatoren in Berlin unter dem Titel "Verband der privaten Stromanbieter" zusammenfinden und einen Katalog von Forderungen an den zukünftigen Umgang miteinander und mit den Kunden erarbeiten,
AW

28.02.2000

Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)

Am Freitag, dem 25. Februar 2000 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien mit 328 Ja-Stimmen, 5 Enthaltungen und 217 Gegenstimmen verabschiedet. Das Gesetz sieht eine Unterstützung der Sonnen-, Wind-, Wasser- und Biomasseenergie vor. So müssen Energieversorger nach dem neuen Gesetz zukünftig jede ins öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom mit 99 Pfennigen vergüten. Die Solarwirtschaft wertet das verabschiedete EEG, das unter anderem eine Versechsfachung der Solarstromvergütung vorsieht, als Startschuß ins Solarzeitalter. Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) begrüßt ebenfalls das neue Gesetz und sieht in ihm "ein solides Fundament für den Aufbau einer leistungs- und international wettbewerbsfähigen Deutschen Solarindustrie nach dem Vorbild der Windbranche". Das EEG werde zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen. Die langfristig angelegte Doppelförderung gebe der jungen deutschen Solarwirtschaft zudem die nötige Planungssicherheit, um in moderne Produktionstechnik zu investieren. Mit dem neuen Gesetz sei zugleich ein deutlicher Innovationsanreiz für die Branche verbunden. Branchenkenner zeigen sich zuversichtlich, daß sich die Produktionskosten von Fotovoltaik-Anlagen in den nächsten zehn Jahren, als Folge einer solartechnischen Massenproduktion, mindestens halbieren lassen.
AW

25.02.2000

Greenpeace stellt Strafanzeige gegen Preussen Elektra

Greenpeace hat Strafanzeige gegen den Betreiber des Atomkraftwerks Unterweser, die Preussen Elektra AG, gestellt. Grund sei die Gefährdung der anliegenden Bevölkerung durch den Betrieb des Reaktors, in dem Brennstoff mit gefälschten Sicherheitspapieren zum Einsatz gekommen war. Der Stromkonzern habe damit die im Atomgesetz vorgeschriebene Zuverlässigkeit als Betreiber nicht gewährleistet. Außerdem prüft Greenpeace rechtliche Schritte gegen den niedersächsischen Umweltminister Wolfgang Jüttner wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

Zum Hintergrund:
Seit sechs Monaten ist bekannt, daß der Betreiber der Brennelemente-Fabrik im britischen Sellafield, BNFL, Sicherheitspapiere von Mischoxid-Brennelementen gefälscht hat. Doch erst jetzt will der Stromkonzern dies bemerkt haben. Preussen Elektra hatte Angaben der britischen Atomaufsicht über gefälschte Sicherheitspapiere zunächst bestätigt, dann dementiert und schließlich erneut bestätigt. Inzwischen hat sich das Unternehmen die Abschaltung des Reaktors und dem Austausch der betroffenen Brennstäbe entschlossen.
AW

28.01.2000

RWE Energie AG akzeptiert einstweilige Verfügung auf Antrag der NaturEnergie AG

Beim Streit über die Frage "Wer ist der begehrteste Ökostrom-Lieferant im Land" hat das Whylener Unternehmen NaturEnergie AG erst einmal die Nase vorn. Das Landgericht Freiburg hat entschieden und die betroffene RWE Energie AG hat akzeptiert.

Die RWE Energie AG darf sich in ihrer Werbung nicht mehr als Europas kundenstärkster Ökostromversorger bezeichnen. Der Essener Energiekonzern hat die einstweilige Verfügung des Landgerichts Freiburg akzeptiert, die auf Antrag der NaturEnergie AG am 21. Dezember 1999 erlassen worden war. Das Landgericht hatte die RWE-Werbung als wettbewerbswidrig eingestuft.

Die NaturEnergie AG sieht sich mit mehr als 142.000 Kunden für ihre Marke "NaturEnergie Silber" als Marktführer der Ökostrom-Anbieter in Deutschland. Das Produkt "NaturEnergie Silber" steht für emissionsfrei erzeugten Strom aus regenerativer Wasserkraft, aus Kraftwerken am Hochrhein und im Schwarzwald.

Übrigens: Die NaturEnergie AG ist zu je 50 Prozent eine Tochter des Kraftwerks Laufenburg (KWL) und der Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR), in deren Verteilungsgebiet in Südbaden NaturEnergie Silber als Standardtarif für die privaten Haushalte eingeführt wurde. Seit Anfang diesen Jahres bietet die NaturEnergie AG ihren Ökostrom bundesweit an.
CV

28.01.2000

Ist auch "Öko" drin, wenn "Öko" draufsteht?

Diese Frage stellen sich natürlich alle Stromkunden, die bereit sind, ihren Beitrag zum Umweltschutz mit echten, zum Teil nicht unerheblichen, Mehrkosten für ihren Energieverbrauch zu leisten. Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser. Weil das unbestritten gilt, bemühen sich immer mehr seriöse Ökostrom-Anbieter auch den Beweis für ihre Behauptungen anzutreten. Das Mittel für diese Beweisführung heißt "Zertifizierung".

Jetzt hat sich auch der Berliner Stromanbieter Bewag für sein Produkt "ÖkoPur", das in Berlin immerhin bereits von rund 6.000 Kunden in einem jährlichen Gesamtvolumen von 10,7 Millionen kWh bezogen wird, ein Zertifikat geholt, und zwar das vom Freiburger "Öko-Institut" e.V.

Wie die Bewag verlauten läßt, können die umweltbewussten Kunden nun ganz sicher sein, daß das von ihr angebotene Stromprodukt "ÖkoPur-Der Umweltstrom" ausschließlich aus regenerativen Quellen stammt. Das unabhängige "Öko-Institut" e.V., Institut für Angewandte Ökologie, in Freiburg überwacht seine Herkunft. Dabei war zuvor durch das "Institut für solare Energieversorungstechnik" (Iset) an der Universität Kassel die Herkunft der verkauften Strommengen geprüft worden. Durch ständige und langfristige Kontrolle sollen die Kunden die Sicherheit erhalten, daß "ÖkoPur" zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Diese sind im Fall der Bewag Wasserkraft (59 %), Windenergie (25 %), Nutzung von Biomasse (15 %) und Photovoltaik (1 %). Für diesen Mix erteilt das "Öko-Institut" die höchste erreichbare Zertifizierung, die Ökostrom-Produktklasse "regenerativ". Weitere Informationen bietet die Bewag unter ihrer Umwelt-Hotline 0180 1 - 267 267 (12 Pfennig pro Minute).
AW

25.01.2000

Neue Software für die Verrechnung zwischen den Stromanbietern.

Die komplizierte und umfangreiche Abrechnung zwischen Stromerzeugern, Stromhändlern und Netzbetreibern wird durch ein neu auf den Markt gebrachtes Softwarepaket erleichtert. Der Software-Entwickler verspricht sich von diesem Produkt noch in diesem Jahr einen Umsatz von zehn Millionen DM.

Die neue, seit 1. Januar 2000 wirksame Verbändevereinbarung sieht vor, daß alle Stromhändler den Bilanzausgleich zwischen Absatz und Beschaffung führen und diesen dem Betreiber des jeweiligen Übertragungsnetzes melden müssen. Diese Meldung ist erforderlich, damit Netzauslastung und -regelung geplant und abgerechnet werden können und wird von der Verbändevereinbarung zwingend vorgeschrieben. Unterbleibt sie, sind Konsequenzen für den Verantwortlichen möglich: Regressforderungen sind dabei ebenso denkbar wie der Verlust der Zulassung als Händler.

Stromhändler müssen viele Aspekte bei ihrer Planung berücksichtigen. Auf der Grundlage des Bedarfs einzelner Kunden wird Kraftwerksleistung bestellt, aber auch Strom von anderen Händlern eingekauft. Da sich der elektrische Verbrauch in der Praxis aber nie ganz genau vorhersagen läßt, wird der tatsächlich gelieferte Strom fast immer von der geplanten Größe abweichen. Der Betreiber des Übertragungsnetzes gleicht diese Abweichungen aus. Dies verursacht wiederum Kosten, die von der Größe und Dauer der Abweichung von der vereinbarten Toleranz bestimmt werden und die der Netzbetreiber an den verursachenden Händler weiter verrechnen wird.

Aufgrund der Vielzahl der einzelnen Arbeitsschritte bei einer gleichzeitig hohen Anzahl von Durchleitungen ist eine Bearbeitung in Handarbeit nicht mehr zu leisten.

Das hat den Berliner Stromanbieter Bewag veranlaßt, zusammen mit dem Software- und Systemhaus repas AEG das Softwareprodukt RESY-TransIT zu entwickeln, das die Abwicklung von solchen Durchleitungen automatisiert und stark vereinfacht.
CV

18.01.2000

"Stromrebellen" mit neuen Tarifen

Ein ganzes Versorgungsgebiet wird mit garantiert mit atomstromfreier Energie beliefert. Eine Bürgerinitiative der besonderen Art macht das sei 1997 möglich.

Die Elektrizitätswerke Schönau, bundesweit auch unter dem Namen "Stromrebellen" bekannt, waren seinerzeit das erste Energieversorgungsunternehmen, das aus einer Bürgerbewegung hervorgegangen ist. Mit großer Unterstützung von Bürger-Initiativen, Umweltschutzverbänden, Anti-Atom-Gruppen, engagierten Bürgern aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten haben die Schönauer nach jahrelangem Kampf im Juli 1997 die Stromversorgung ihrer Gemeinde selbst übernommen, um modellhaft eine umwelt- und klimafreundliche Energieversorgung ohne Atomstrom zu verwirklichen. Eigentümer der Elektrizitätswerke Schönau sind ca. 700 Bürger aus ganz Deutschland.

Die EWS sind das einzige Energieversorgungsunternehmen, das auch in seinem gesamten Versorgungsgebiet an alle seine Kunden nichts anderes als Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung und regenerativen Energien verkauft und somit absolut"atomstromfrei" ist. Außerdem stimmt die gesamte Unternehmenspolitik mit ökologischen Zielsetzungen überein: z.B. stromsparfördernde Tarife, keine Genehmigung von neuen Stromheizungen, Förderung der Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung durch bessere Einspeisevergütungen usw.
CV

TÜV zertifiziert Umwelttarif nach strengem Kriterienkatalog

Das Gütesiegel des TÜV Süddeutschland soll Verbrauchern garantieren, daß die von Ihnen bezogene und oft teuer bezahlte elektrische Energie tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt und daß der oft nicht unerhebliche Aufschlag für das Prädikat ÖKO ausschließlich in den Bau neuer Biomasse-, Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke investiert wird.

Der Umwelttarif der EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat jetzt auch das Gütesiegel des TÜV Süddeutschland erhalten: Der seit 1997 von der EnBW angebotene Umwelttarif wurde jetzt nach dem TÜV-Kriterienkatalog EE-01-03/99 zertifiziert. Kunden, die sich für diesen Umwelttarif entscheiden, können nun sicher sein, daß der von ihnen bezogene Strom ein "echtes Naturprodukt" ist und sie haben außerdem die Gewißheit, daß der an die EnBW gezahlte Preisaufschlag in den Bau neuer naturverträglicher Anlagen investiert wird.

Dieses Zertifikat ist geeignet, die Unsicherheit mancher Stromkunden zu beseitigen. Ohne eine gründliche Kontrolle sind Zweifel, ob der vermeintlich "grüne Strom" nicht doch aus einem kaum definierbaren Energiemix entnommen wird und die Mehreinnahmen aus dem Umwelttarif irgendwo spurlos versickern, nicht so unbegründet.

Es trägt zweifellos zur Glaubwürdigkeit des Anbieters bei, wenn sich ein Energieunternehmen sein Angebot zertifizieren läßt.

Das TÜV-Zertifikat bestätigt, daß die Menge Strom, welche die Umwelttarif-Kunden beziehen, nachweislich der Kraftwerksleistung entspricht, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.
AW

14.01.2000

Neue Angebote für Gewerbekunden

Der Berliner Stromanbieter BEWAG und die Stadtwerke Braunschweig sind in diesen Tagen mit neuen Tarifen an die Öffentlichkeit getreten, mit denen sie sich speziell an Geschäftskunden wenden

Die Braunschweiger Versorgungs-AG bringt unter so blumigen Bezeichnung wie Office, Shop, Work und Fun ihre neuen Tarife für Geschäftskunden in den Markt. Geschäftskunden im Raum Braunschweig wurden direkt informiert, die Tarife gelten jedoch bundesweit.

Für ihre Kunden in Braunschweig wird nun auch eine Schwachlastregelung angeboten. Über einen sogenannten Zweitarifzähler wird der Stromverbrauch in den Nachtstunden erfasst und zu günstigeren Konditionen abgerechnet. Dieser zusätzliche Zähler kostet 36 Mark je Abrechnungsjahr und wird bei Bedarf kostenlos eingebaut. Schwachlastzeiten sind ganzjährig bei , und die Stunden zwischen 21 Uhr und 6 Uhr. Bei gilt von Montags bis Donnerstags die gleiche Nachtregelung zusätzlich aber das gesamte Wochenende von Freitags 21 Uhr bis Montags 6 Uhr.

Die Vertragslaufzeit beträgt für alle Produkte zwölf Monate. Mit einer Frist von drei Monaten zum Vertragsende kann der Vertrag gekündigt werden.

Bei der BEWAG heißen die neuen Tarife für Gewerbetreibende und SelbständigeBewagProfi, BewagProfi Plus und BewagProfi Plus 24. Die Tarife mit dem Zusatz wenden sich an Kunden mit einem Jahres-Stromverbrauch von mehr als 4800 kWh und die sich für ein Jahr oder für zwei Jahre vertraglich binden wollen.

Gewerbekunden, die den von am 1. Oktober 1999 eingeführten Sondervertrag bereits mit der Bewag abgeschlossen haben, werden automatisch auf das neue Stromprodukt BewagProfi Plus umgestellt.

Interessenten können sich montags bis freitags von 8:00 bis 19:00 Uhr unter der Telefonnummer 0180-1 335 335 (zum Ortstarif) über die Einzelheiten der neuen Tarife informieren.

14.01.2000

Naturstrom AG jetzt mit bundesweit einheitlichem Tarif

Preis-Leistungs-Vergleich ab sofort erleichtert

Der Ökostromhändler Naturstrom AG wird seinen Strom künftig bundesweit zum einheitlichen Preis von 34,5 Pfennig je Kilowattstunde bei einem monatlichen Grundpreis von 9,50 Mark anbieten. Darin sind alle Kosten und Steuern enthalten.

Ungeachtet dieser Tarifänderung werden weiterhin rund 6 Pfennig je verbrauchter Kilowattstunde den Betreibern neu erstellter, reaktivierter oder erweiterter Erzeugungsanlagen zufließen.

Die neue Regelung gilt für Privatkunden. Für Geschäftskunden werden individuelle Angebote je nach Abnahmefall erstellt.

Fragen rund um das neue Preismodell beantwortet die Naturstrom-Kundenhotline unter Tel. 02 11 - 7 79 00-444.

13.01.2000

Bundeskartellamt stellt Weichen in Richtung Liberalisierung

Die 8. Beschlußkammer des Bundeskartellamtes erklärte am 12. Januar 2000 in einer öffentlichen Verhandlung die Absicht, in einer sofort vollziehbaren Verfügung den Stadtwerken München zu untersagen, der Hamburger Ökostromfirma LichtBlick GmbH die Stromversorgung auf Basis standardisierter Lastprofile zu verweigern.

Ende Juni vergangenen Jahres hatten die Stadtwerke München der LichtBlick GmbH ein Durchleitungsbegehren verweigert und gefordert, daß bei LichtBlick-Kunden teure Zähler mit registrierender Leistungsmessung eingebaut werden müssen. Der Anbieter hatte dagegen die im Energiewirtschaftsgesetz verankerte diskriminierungsfreie Behandlung verlangt und eine in anderen Städten bereits übliche Versorgung auf der Basis von Lastprofilen vorgeschlagen. Da die Stadtwerke dies verweigerten, hatte das Bundeskartellamt ein förmliches Mißbrauchsverfahren wegen Wettbewerbsbeschränkungen (nach § 19 Abs. 4 Nr. 4 des GWB) gegen das Münchener Unternehmen eingeleitet.

Für den Liberalisierungsprozeß des Strommarktes ist dies zweifelsfrei ein entscheidender Schritt, zumal die Stadtwerke München stellvertretend für andere Netzbetreiber angetreten waren. Der Versuch, von neuen Stromanbietern den Einbau von über 1.000 Mark teuren Zählern zu verlangen auf die man selbst aus verständlichen Gründen verzichtet, verstößt - und das ist nun unstrittig - gegen den gesetzlich fest geschriebenen Gleichbehandlungsgrundsatz.

Das Bundeskartellamt kündigte in der Verhandlung an, in Kürze eine entsprechende Verfügung zu erlassen.

Die Firma LichtBlick GmbH tritt bundesweit als Lieferant von preislich konkurrenzfähigem Strom aus Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung an.
CV

13.01.2000

Nachlese zu den Orkanschäden in Süddeutschland

Der Orkan hat einen Schaden von über 20 Millionen Mark am Stromnetz der EnBW in Baden-Württemberg verursacht. Knapp eine halbe Million Kunden waren davon betroffen, mehr als 1000 Kräfte waren und sind damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen.

Betroffen waren von sturmbedingten Stromausfällen am zweiten Weihnachtsfeiertag waren in Baden-Württemberg zeitweise bis zu einer halben Million Haushalte. Die meisten Schäden hatte der Orkan an Freileitungen im sogenannten Mittel- und Niederspannungsbereich (20 kV, 400V) angerichtet, also im regionalen Verteilernetz und innerhalb der Ortsnetze. Insgesamt war es hier zu über 7.500 Leitungsschäden gekommen. Masten waren umgeknickt, Leiterseile gerissen oder waren von umstürzenden Bäumen zu Boden gedrückt worden, unzählige Dachständer an Gebäuden waren beschädigt worden und vielfach war es zu Kurzschlüssen durch zusammenschlagende Leitungen gekommen.

Aufgrund dieser Sturmschäden waren zahlreiche Gemeinden, kleinere Teilorte, ganze Straßenzüge und zahlreiche Aussiedlerhöfe von der Stromversorgung abgeschnitten. Betroffen waren unmittelbar nach dem Sturm, der am 26. Dezember 1999 ab etwa 10.00 Uhr von West nach Ost über das Land fegte, knapp eine halbe Million Haushalte. Dank des großen Einsatzes von Kräften waren bereits am Abend des 26. Dezember 1999, also nach rund acht Stunden, nur noch rund 110.000 Haushalte ohne Strom, nach 24 Stunden nur noch 30.000.

Allerdings blieben in der Folgezeit trotz der Anstrengungen der Reparaturtrupps in den Höhenlagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb, wo unzugängliches Gelände, unpassierbare Straßen und weiterhin drohender Sturm- und Schneebruch die Arbeiten behinderten, vereinzelt Versorgungsunterbrechungen noch tagelang bestehen. In diesen Fällen, etwa in landwirtschaftlichen Betrieben, zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen wurden Notstromaggregate eingesetzt.

Auch das großräumige Verteilernetz war in Mitleidenschaft gezogen. So sind an den Hoch- und Höchstspannungsleitungen 26 Störungen aufgetreten. Diese führten im 220-/380-kV-Bereich allerdings zu keinen, im 110-kV-Bereich nur zu kurzzeitigen Versorgungsunterbrechungen. Diese verhältnismäßig glimpfliche Beeinträchtigung ist dem Umstand zu verdanken, daß diese Stromkreise sind in der Regel so abgesichert sind, daß Ausfälle einzelner Leitungen durch Umschaltmaßnahmen überbrückt werden konnten. Dennoch sind die Sachschäden auch hier beträchtlich.
AW

12.01.2000

Seit 1. Januar niedrigere Strompreise

Preissenkungen einerseits, Steuererhöhungen andererseits kennzeichnen den Jahresbeginn. Diese gegenläufigen Entwicklungen bieten unter dem Strich dennoch einen Vorteil für die meisten Kunden.

Preisreduzierungen der Stromanbieter werden allerdings teilweise durch die ebenfalls ab dem 1. Januar 2000 eingeführte zusätzliche Ökosteuer von 0,5 Pfennig pro kWh kompensiert (diese Ökosteuer wird von den Energieversorgungsunternehmen für die Zoll- und Finanzbehörden eingezogen und entsprechend abgeführt). Mit dieser Steuererhöhung steigt die steuerliche Belastung der Stromkunden ab dem 1. Januar auf 2,5 Pfennig je kWh.

Ab dem 1. Januar 2000 hat beispielsweise EAM (Energie-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland EAM) die Strompreise für ihre allgemeinen Tarife gesenkt. Der Arbeitspreis für den sogenannten Basis- und Komfort-Tarif sinkt dort um 0,7 Pfennig pro kWh auf 22,3 Pf/kWh netto. Mit dieser Preissenkung will EAM den privaten Kleinverbrauchern, also alleinstehenden Menschen, den sogenannten Single-Haushalten, entgegengekommen, für die sich der Vario-Tarif von EAM nicht lohnt (die monatlichen Grundpreise bleiben unverändert).

EAM senkt ebenfalls die allgemeinen Tarife für Gewerbekunden. Sie werden denen der Privat- und Landwirtschaftskunden angeglichen und um 2,7 Pfennig pro kWh günstiger. Nach Berücksichtigung der Stromsteuererhöhung bleibt hier den Kunden ein Preisvorteil von 2,2 Pfennig pro kWh.

Eine Überprüfung dieser Strompreise ist von der EAM zum 29. Februar 2000, und dann in halbjährigen Abständen, vorgesehen.
AW

PS: Sie sehen, die Preise sind im Fluß! Es lohnt sich also, die Angebote der Stromanbieter regelmäßig anhand des Kostenrechners von etarif.de zu überprüfen und im Hinblick auf die eigene Bedarfssituation miteinander zu vergleichen. Aber bedenken Sie auch:das größte Potential zur Reduzierung der Energiekosten liegt nicht immer im billigeren Einkauf, sondern meist in der Möglichkeit, den Energieverbrauch zu reduzieren!
GL

12.01.2000

Energiewirtschaft fördert Kunst und Kultur: Ausstellung in Karlsruhe

Die klammen öffentlichen Hände sind kaum noch in der Lage, Kunst und Kultur in unserem Lande so zu fördern, wie es einer wohlhabenden Kulturnation angemessen wäre. Insofern ist es begrüßenswert und vermutlich sogar notwendig, daß Industrie und Handel die Rolle von Mäzenen spielen. Ist dies vereinbar mit dem Anspruch von Kunst und Kultur auf Unabhängigkeit? Vielleicht nicht, aber gibt es eine Alternative?

Am 25. Januar 2000 um 18.00 Uhr eröffnet im Foyer des Karlsruher Hauptsitzes der Energie Baden-Württemberg AG eine Ausstellung mit dem Titel Ateliereinblicke 2000. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten des in Karlsruhe lebenden Künstlers Reinhard Voss. Voss, Jahrgang 1959, ist ausgebildeter Holzbildhauer. Er verbrachte seine Gesellenzeit in Kyoto/ Japan und begann 1993 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Kunst zu studieren. Im vergangenen Jahr hat er dieses Studium als Meisterschüler bei Prof. Stephan Balkenhol abgeschlossen.

Voss zeigt Bilder auf der Basis von Holz- und MDF-Platten Bilder, die er mit mehreren Farbschichten aus Kunstharz überzieht. Seine Bilder beeindrucken durch klare Formen, subtile Strukturen und zurückhaltende Farben. Die Werke strahlen Harmonie, Ruhe und Gelassenheit aus und lassen trotz aller Abstraktion auch leise Anklänge an Naturformen erahnen. Mit dem Messer geschaffene Einkerbungen und Vertiefungen auf den mehreren Zentimeter dicken Holz- und MDF-Platten sorgen für eine reliefhafte Oberfläche. In Verbindung mit der Vielschichtigkeit der aus unterschiedlichen Farbpigmenten bestehenden Alkydharzlasuren ergeben sich subtile Farb- und Raumwirkungen von großem ästhetischem Reiz.

Die Bilder sind anschließend täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Anschrift: Karlsruhe, Durlacher Allee 93, Hauptverwaltung der EnBW AG.
GL

12.01.2000

Kernkraftwerke erfreuen sich überraschend hoher Akzeptanz

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, daß Atomkraftwerke vorwiegend als bedrohlich empfunden werden, finden Kernkraftwerke offenbar eine breite Zustimmung unter der Bevölkerung. Das scheint zumindest aus Erhebungen der Stromwirtschaft hervor zu gehen.

Eine bundesweit von IPOS (Institut für praxisorientierte Sozialforschung, Mannheim) durchgeführte repräsentative Umfrage kommt zu dem Ergebnis, daß gut drei Viertel der Deutschen die weitere Nutzung bestehender Kernkraftwerke befürworten. 77 % der Bundesbürger äußerten sich im Oktober 1999 in diesem Sinne. Ein Jahr zuvor waren lediglich 73 % der Meinung, daß die Anlagen weiter genutzt werden sollten.

Die gegenteilige Position, nämlich die sofortige Stillegung der Kernkraftwerke zu fordern, bezogen im Herbst 1999 lediglich noch 12 %, das war etwa ein Drittel weniger als im Jahr zuvor.

Unverändert bei 6 % liegt die Zahl der Bundesbürger, die sich für den Bau weiterer Kernkraftwerke ausspricht. Keine abschließende Meinung zu diesem Thema haben 5 % der Befragten.

Auftraggeber der Befragung war die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW), Frankfurt am Main.
CV

20.12.1999

Wer beherrscht zukünftig den deutschen Strommarkt?

Wird der Wettbewerb im Strommarkt unter einem Filz von Verflechtungen erstickt oder wird es klare Verhältnisse geben? Diese Frage ist auf lange Sicht bestimmt spannender, als das Preisgerangele von Stromhändlern, die im Ernstfall doch nur das tun dürften, was ihnen die mächtigen Stromerzeuger erlauben.

Nach dem Zusammenschluß der vier größten Stromerzeuger VEBA, VIAG, RWE und VEW zu nur noch zwei Unternehmen, die sich den Markt entlang einer Ost-West-Linie teilen, kann man gespannt sein, wie sich der Wettbewerb entwickeln wird. Wenn die beiden übrig bleibenden Duopolisten sauber voneinander getrennte Unternehmen wären, könnte ein Optimist sogar auf einen Wettstreit zu gunsten der Stromverbraucher rechnen. Sieht man aber genauer hin, dann entdeckt man fließende Grenzen und überlappende Interessenslagen. Alle vier Fusionisten nämlich sind Gesellschafter des ostdeutschen Energieunternehmens VEAG (Jahresleistung knapp 50 Milliarden kWh Strom und etwa 3 Milliarden kWh Wärme). Diese Verflechtung der beiden Großunternehmen führt zu einem kaum durchschaubaren Interessensgemenge. Falls es dabei bleibt, wird letztendlich eher eine gemeinsame Marktbeherrschung wahrscheinlich sein, als ein echter Wettbewerb.

Es hat zweifelsfrei eine gewisse Logik, wenn Stimmen lauter werden, die einen Rückzug aller vier Unternehmen aus der ostdeutschen VEAG verlangen. Eine eigenständige, starke VEAG als dritter im Bunde wäre nach Meinung vieler Fachleute die einzige Gewähr für einen wirklich freien Strommarkt. Wir Verbraucher können gespannt sein, was sich da tut und wie die deutschen und die europäischen Wettbewerbshüter die Angelegenheit bewerten werden.
AW

20.12.1999

Gibt es neue Hürden für Fusionen der Stromerzeuger?

Elefantenhochzeit der größten deutschen Stromerzeuger verändert den Markt. Rückt der angestrebte freie Strommarkt näher? Wie steht das Bundeskartellamt zur jüngsten Verbändevereinbarung?

Die anstehende Fusion der Strom-Großerzeuger VEBA und VIAG sowie der Zusammenschluß der nicht weniger bedeutenden Energieversorger RWE und VEW werden vom Bundeskartellamt kritisch betrachtet. Ist es doch einerseits das erklärte Ziel, aus den bislang regional abgeschotteten Strommärkten einen offenen bundesdeutschen Markt entstehen zu lassen und handelt es sich doch andererseits bei den Akteuren um die vier größten Stromanbieter Deutschlands. Insbesondere die neue Verbändevereinbarung zur Stromdurchleitung verkompliziert die vorgesehenen Fusionen. Die Vereinbarung zwischen den Branchenverbänden ist in der vergangenen Woche unterzeichnet worden und wird zum 1.1.2000 in Kraft treten. Sie sieht die Aufteilung des Strommarktes in zwei Zonen vor, eine Nord- und eine Südzone. Elektrische Energie, die die Grenze zwischen diesen Zonen passiert, wird gegeneinander aufgerechnet; sollte sich jedoch ein Überhang in die eine oder andere Richtung ergeben, wird dieser Saldo mit einer Gebühr von 0,25 Pfennig pro kWh belastet. Diese Regelung beschreibt aber noch keineswegs das, was man einen freien Strommarkt nennen könnte.

Der scheidende Kartellamtspräsident Dieter Wolf wird mit der Aussage zitiert, daß die geplanten Fusionen ohnehin schwierig genug seien, aber wenn VEBA/VIAG einerseits und RWE/VEW andererseits darauf verzichten würden, Gebühren für den Stromaustausch zwischen Nord und Süd zu erheben, würde das die Chancen für eine Genehmigung der Zusammenschlüsse erhöhen.
CV

08.12.1999

Das neue Abenteuer: Stromtarife

Lieferprobleme auf der einen Seite, Ängste auf der anderen Seite bestimmen derzeit noch die neue Freiheit auf dem Strommarkt. Umfassende Information, klare Vorstellungen und emotionsloses Abwägen werden helfen, dieses Abenteuer zu bestehen und helfen, bald zu einer gelassenen Sachlichkeit zurückzufinden.

Im vergangenen Oktober hat die Bild-Zeitung mit ihrer Meldung Nervenkitzel verbreitet, daß in Finsterwalde (Nomen est Omen?) bei einigen Haushalten das Licht ausgegangen sei. Die Stadtwerke hätten untreuen Kunden einfach "knallfrech den Strom abgedreht". Wenige Wochen später soll sich das gleiche Spiel in Cottbus mit anderen Akteuren wiederholt haben. Die gediegenere Presse berichtete über die Hintergründe dieser gar nicht lustigen Vorkommnisse: Mehrere Privathaushalte sollen ihren alten Vertrag mit den Stadtwerken gekündigt haben, um fortan "gelben Strom" zu verbrauchen - doch Yello-Strom konnte noch gar nicht liefern.

Kaum war der Strom bunt eingefärbt worden, wurde schon wieder alles grau überzogen von den alltäglichen Widrigkeiten. Zwar rühren Anbieter wie Bayernwerk, RWE, Yello und viele andere die Werbetrommel in nie zuvor erlebtem Umfang, aber aus wie vielen privaten Steckdosen tatsächlich schon liberalisierter Strom gezapft werden kann, weiß niemand so ganz genau. Die Hindernisse bei der Abrechnung und bei der Durchleitung der billigeren elektrischen Energie durch die Leitungssysteme der bisherigen Monopolisten sind groß genug, allzu offenherzig dargestellten Optimismus zu dämpfen. Hinzu kommt die Angst der Kunden, beim Wechsel des Lieferanten unvermittelt in dunkler Kälte zu sitzen.

LetztereFurcht ist allerdings unbegründet, wie die Verbraucherverbände immer wieder glaubhaft betonen: Der ehemalige Monopolist steht bei den zuvor von ihm versorgten Haushalten immer in der Pflicht. Selbst dann, wenn der neue Lieferant über Nacht pleite gehen sollte, ist die ununterbrochene Stromversorgung gewährleistet.

Auch wenn das ganz unzweifelhaft so ist, sollte doch jeder, der einen Wechsel seines Lieferanten erwägt und dabei unnötige Kosten und lästigen Ärger vermeiden will, einige Dinge beachten. So ist z.B. wichtig, daß man den Vertrag mit dem alten Lieferer erst dann kündigt, wenn der neue Lieferant auch wirklich liefern kann. Fast alle Anbieter übernehmen es, die Altverträge im Auftrag des Kunden aufzulösen. Es ist bestimmt vorteilhaft, diese Dienstleistung des erwählten neuen Vertragspartners in Anspruch zu nehmen, und es den beiden Unternehmen zu überlassen, die Einzelheiten abzuwickeln; die müssen sich ohnehin über viele Details miteinander verständigen, bevor endgültig die Rechnung vom neuen Anbieter und mit dessen Konditionen ins Haus kommen kann.

Die neue Tariflandschaft ist ein Labyrinth, in dem man sich leicht verirren kann. Vielfältig sind die Variationen von Grundpreis und Arbeitspreis, von Arbeitspreis in der Hauptlastzeit und Arbeitspreis in der Nebenlastzeit, von Staffelpreisen bei bestimmten Abnahmemengen und von Basisverbrauchsmengen, die bereits mit der Grundgebühr abgegolten sind. Klarheit bei der Preisgestaltung scheint nicht überall gewollt zu sein. Zweckmäßig ist es deshalb, sich zunächst mit dem Kostenrechner von eTarif.de einen Überblick darüber zu verschaffen, wie sich die Gesamtkosten für die eigene Verbrauchssituation darstellen. Vielleicht ist der Preisunterschied zum bisherigen Lieferanten, mit dem man möglicherweise über viele jahre zufrieden war, gar nicht so erheblich und vielleicht lohnt sich der ganze Aufwand des Wechsels ja gar nicht. Wenn aber der Preisvergleich ergibt, daß ein Wechsel sinnvoll ist, liefert der "Profirechner" von eTarif.de, sogar für eine bestimmte Bandbreite, eine Rangliste der preislich günstigsten Anbieter. Nun gilt es, aus dieser Rangliste sorgfältig den eigenen Favoriten auszuwählen, das Unternehmen, dem man für eine gewisse Zeit seine Versorgung mit elektrischer Energie anvertrauen will.

Man ist gut beraten, die Laufzeit des neuen Vertrags nicht allzu lang zu bemessen, denn die Preise werden zunächst weiter im Fluß bleiben. Bedenken Sie aber auch, daß manche Anbieter beim Wechsel eine einmalige Gebühr berechnen, die sich natürlich auf einen Zeitraum von 30 Monaten besser verteilt, als auf ein viertel Jahr. Aber auch ohne einmalige Gebühr gibt es Gründe, nicht allzu oft zu wechseln, sei es, daß die Anbieter längere Bindungszeiten mit Sonderkonditionen versüßen, sei es daß man sich selbst nicht alle Nase lang den Aufwand eines Wechsels zumuten möchte. Auch wenn man derzeit noch nicht die konkrete Wechselabsicht verfolgt, die Entwicklung der Energiepreise zu beobachten, ist spannend und - mit dem Kostenrechner von eTarif - einfach zugleich.

Nach einer langen Periode der Monopolkonditionen sind jetzt erfreulicherweise die Preise in Bewegung geraten. Das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, daß nach wie vor auch Qualität, d.h. Zuverlässigkeit, Bequemlichkeit und Vertrauenswürdigkeit, das Verhältnis von Kunde und Lieferant bestimmt, insbesondere dann, wenn man - wie beim Strom - tagtäglich aufeinander angewiesen ist.

08.12.1999

Berliner Stromerzeuger Bewag bundesweit als Stromhändler aktiv

Die Bewag AG, Berlins Kraft-Wärme-Kopplungsspezialist, bereitet sich mit Vertriebspartnerschaften auf den kommenden liberalisierten Strommarkt vor.

Nach ersten erfolgreichen Kooperationen mit westdeutschen Stromerzeugern, darunter die große Bayernwerk AG und die agilen Stadtwerke Hagen, meldet die Bewag nun erneut Erfolge im Bemühen, namhafte Gewerbekunden zu gewinnen. Nach der Handelskette Woolworth stehen nun rd. 40 Standorte der ASTRON-Hotelgruppe mit einem jährlichen Bedarf von ca. 30 GWh und die Erotik-Kette der Beate Uhse AG mit etwa 100 Läden und einem Jahresbedarf von ca. 6 GWh für mehrere Jahre in den Auftragsbüchern des Stromhändlers Bewag. Die Bewag AG, die bisher aus Kapazitätsgründen keinen in Berlin erzeugten Strom nach draußen schickt, vermarktet bundesweit Strom, den sie von anderen Erzeugern einkauft.

06.12.1999

Geht Mobilcom auf den Strommarkt?

Auf Presseberichte der vergangenen Woche, daß Mobilcom möglicherweise mit dem Berliner Energieerzeuger BEWAG kooperieren wolle, reagierte das Telekommunikationsunternehmen abwiegelnd: es handele sich lediglich um ein strategisches Modell.

Diesen Gerüchten über den möglicherweise bevorstehenden Einstig der Mobilcom AG in den Strommarkt waren Aussagen eines Unternehmensprechers vorausgegangen, daß man darüber nachdenke, "Kenntnisse in Kundengewinnung und -betreuung" in ein Joint Venture einzubringen und daß dies beispielsweise eine Stromgesellschaft sein könne. In Branchenkreises rechnet man nun damit, daß alsbald ein neues Unternehmen auftauchen wird, an dem Mobilcom und BEWAG maßgeblich beteiligt sein werden und das bundesweit Billigstrom anbietet. Branchenkenner schließen nicht aus, daß das neue Unternehmen Telefondienstleistungen und elektrische Energie auch im Paket vermarkten wird. AW

06.12.1999

BEWAG setzt sich durch

Nach dem Zuschlag für die Belieferung des Bundespräsidenten mit Strom und Wärme machte der Berliner Stromanbieter BEWAG nun auch das Rennen um den 7-Gigawattstunden-Auftrag des Bundestags.

Der Berliner Energieerzeuger BEWAG, der sich bei der Liberalisierung des Strommarktes eher bremsend gezeigt hat und der schließlich mit einer Tarifgestaltung an die Öffentlichkeit getreten ist, die man beim besten Willen nicht offensiv nennen kann, hat sich jetzt beim Wettlauf um die Versorgung der Berliner Bundesbehörden gegen namhafte Wettbewerber durchgesetzt. Der Stromliefervertrag mit der Bundestagsverwaltung ist unterzeichnet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren und bezieht sich auf alle Bundestagsbauten am Berliner Spreebogen, im Bereich Unter den Linden, an der Dorotheenstraße und am Gendarmenmarkt. Der Vertrag sieht eine Lieferung von jährlich sieben Gigawattstunden elektrische Energie sowie Energiedienstleistungen für die Gebäude vor.

Dieser Vertrag ist der zweite große Erfolg des Stromanbieters bei Institutionen des Bundes in Berlin. Vor wenigen Wochen bereits war berichtet worden, daß auch der Bundespräsident seinen Strom im Rahmren einer mehrjährigen Vereinbarung von der BEWAG bezieht und daß der Dienstsitz des Bundespräsidenten, Schloß Bellevue mit Wärme aus der Kraft-Wärmekopplung der BEWAG beheizt wird.
AW

06.12.1999

Atomstrom für die Türkei

Während man in Deutschland über den Ausstieg aus der Atomwirtschaft und über Restlaufzeiten für Kernkraftwerke diskutiert, bereitet die Türkei den Bau von Atomkraftwerken vor. Als Grund wird eine unzuverlässige Gasversorgung aus Rußland genannt.

Türkische Zeitungen berichten seit Wochen, daß in Ankara, Istanbul, Izmir und anderen Städten der Strom täglich für mehrere Stunden abgeschaltet werden muß. Grund für diesen Energieengpaß sind Schwierigkeiten bei der Lieferung von russischem Erdgas. Da die Türkei nicht über alternative Energiequellen verfügt, sucht man jetzt die Rettung im Betrieb eigener AKWs. Internationale Beobachter sehen diese Pläne mit großer Besorgnis, zumal in Erwägung gezogene Standorte innerhalb erdbebengefährdeter Regionen liegen.
CV

06.12.1999

Den Kommunen fehlen die Gewinne ihrer Stadtwerke

Folgt nach der Liberalisierung der Energiemärkte nun die Privatisierung aller öffentlichen Dienste und Einrichtungen?

Beobachter rechnen damit, daß der Wegfall der Gewinne aus der Stromproduktion der Stadtwerke, das gesamte kommunale Finanzierungssystem aus den Angeln heben wird. Wegen der unerwarteten Geschwindigkeit, mit der sich die Liberalisierung der Strommärkte vollzieht, werden schon im kommenden Jahr Millionenbeträge in den Kassen der Städte, Gemeinden und Landkreise fehlen. Wenn nicht wichtige Aufgaben in den Gemeinden gestrichen werden sollen, wird diese Entwicklung weitere Strukturveränderungen nach sich ziehen. Folgt nach der Liberalisierung der Energiemärkte nun zwangsläufig die Privatisierung aller öffentlichen Einrichtungen? In Manchen Städten und Gemeinden hat dieses Entwicklung bereits eingesetzt - und das keineswegs immer zum Schaden der Bürger.
CV

Gelb nun auch fürs Gewerbe

Spezieller Tarif für Gewerbekunden; offenbar keine zusätzliche Belastung der Verbraucher in den neuen Bundesländern.

Der bundesweite Stromanbieter Yello-Strom GmbH will ab sofort elektrische Energie nicht mehr nur an Privathaushalte liefern, sondern auch an Gewerbebetriebe. Der neue Tarif heißt 19/19 plus. Etwas ungereimt sind die Preisangaben, die man über die Gewerbe-Hotline erfährt: Danach wird die monatliche Grundgebühr mit DM 19,- netto, d.h. ohne Mehrwertsteuer angegeben, der Arbeitspreis von DM 0,19 je kWh soll dagegen schon die Mehrwertsteuer von 16% enthalten.

Waren hier die Kalkulierer und die Marketingstrategen nicht auf einen Nenner zu bringen? Die einen wollten offenbar dem Gewerbe etwas mehr Geld abnehmen (deswegen 19/19 „plus“ ??) die anderen mochten nicht auf die einprägsame Doublette verzichten. Schade eigentlich, daß darunter die Preistransparenz leiden muß.

Positives vermeldet die Hotline jedoch auch: Der in Ostdeutschland wegen der Braunkohleschutzklausel anfallende Aufschlag von 2 Pfg. je kWh soll im Preis enthalten sein. Eine verbindliche Aussage, z.B. durch einen Vertreter der Geschäftsleitung oder wenigstens einen Pressesprecher, ist am Telefon nicht zu erhalten. Wann unsere schriftlichen Anfragen, die wir nach Köln gerichtet haben, beantwortet werden wird, wird sich zeigen. Wir werden berichten.

Übrigens: Die Hotline für potentielle Gewerbekunden hat die Rufnummer 0800 999 99 84 und kann kostenlos angerufen werden. Man ist allerdings gut beraten, wenn man viel Geduld mitbringt.
AW.

Der Fiskus will Autofahrer und Stromverbraucher zum Energiesparen erziehen

Sprit und Strom werden von Beginn des kommenden Jahres an stufenweise teurer. Grund dafür ist die im November 1999 vom Bundestag nach heftiger Debatte, gegen die Stimmen der gesamten Opposition, beschlossene Ökosteuer. Einschließlich der ersten Stufe vom April diesen Jahres erhöht sich die steuerliche Belastung der Kraftstoffe bis zum Jahr 2003 um insgesamt DM 0,30 je Liter. Die in diesem Jahr eingeführte Stromsteuer wird den elektrischen Energieverbrauch je kWh im selben Zeitraum steuerlich um DM 0,04 belasten.

Trotz dieser schlechten Nachricht für unser aller Geldbeutel gilt das Projekt der Ökosteuer, über Parteigrenzen hinweg, als ein Schritt in die richtige Richtung. Viele werden sich erinnern, daß schon zu Zeiten der Kohl-Regierung der heutige Chef der Opposition, Wolfgang Schäuble, eine ökologische Steuerreform hatte anstoßen wollen. Es verwundert also, wie sich die Fronten in der Diskussion verschoben haben. Offenbar wird von den derzeitigen Akteuren eine an sich gute Sache schlecht verkauft - anders ist die Aufregung nicht zuverstehen.

Trotz erhöhter steuerlicher Belastung von Energie werden sich durch den verschärften Wettbewerb die Mehrkosten im Rahmen halten. eTarif wird durch Information helfen, erstens Energie zu sparen (das ist ökologisch) und zweitens die dennoch benötigte Energie günstig einzukaufen (das ist ökonomisch).